Anbieter ohne deutsche Erlaubnis — was daran wirklich hängt

Updated Oktober 2026
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Stand: 29. Oktober 2026 · Lizenzangaben gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und deren Einträge zum Sportwetten-Angebot geprüft.

Ein Stadion unter Flutlicht, aus großer Entfernung über eine dunkle Wiese fotografiert, am Himmel zieht Nebel auf.
Die Zahl der Untersagungsverfahren der GGL stieg von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025.

Wer nach Wettanbietern ohne deutsche Lizenz sucht, sucht selten eine Lizenz. Gesucht wird das, was in Deutschland fehlt: höhere Einsätze, Live-Märkte, die hier gar nicht erlaubt sind, ein Konto ohne lange Prüfung. Das ist ein nachvollziehbarer Wunsch. Er führt nur an eine Stelle, an der eine ganze Kette von Schutzmechanismen endet — und keine davon fällt sofort auf.

Die Zahl, mit der man anfangen sollte, kennt kaum jemand: Nach der Erhebung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder lag die Kanalisierungsquote im Online-Glücksspielmarkt bei 77 %. Mehr als ein Fünftel des Marktvolumens von 2024 lief also an den erlaubten Angeboten vorbei. Wer heute auf eine Seite ohne Erlaubnis gerät, ist nicht der Sonderfall am Rand des Marktes. Er ist Teil eines Viertels davon.

Rechtslage in Deutschland: was fehlt und was daraus folgt, wenn es fehlt

Zuerst eine Begrifflichkeit, weil sie in fast jeder Diskussion schief steht. Was ein Anbieter in Deutschland braucht, ist eine Erlaubnis — nicht eine Lizenz. Die Erlaubnis erteilt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) auf Grundlage des Glücksspielstaatsvertrags 2021, der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist. Sie gilt bundesweit für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet. Eingepreist ist die Steuer, die der Veranstalter schuldet, nicht der Spieler.

Der feinere Punkt, den die meisten Suchanfragen übersehen: Es gibt genau eine Prüfgröße, und sie liegt öffentlich. Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist der einzige belastbare Nachweis. Nicht das Impressum, nicht der Footer mit einem Siegel, nicht die Endung. Jede dort verzeichnete Adresse ist eine .de-Adresse — aber eine .de-Adresse beweist umgekehrt nichts. Der Stand der Liste vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Erlaubnis für Sportwetten, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, und drei Inhaber allein für Pferdewetten. Im September 2026 nannte die Behörde 129 Veranstalter und Vermittler mit Erlaubnis, verteilt auf 229 Glücksspielseiten aller Glücksspielarten.

Diese 30 Einträge sind die ganze Antwort auf die Frage nach dem Vergleich legale gegen nicht erlaubte Anbieter. Eine Erlaubnis läuft fünf Jahre, die Liste nennt nur Erstdaten und kein Enddatum. Und sie differenziert: Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis steht, darf Sportwetten annehmen. Die Slots-, Poker- oder Casino-Erlaubnis desselben Halters ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln — ein Punkt, an dem sich in Foren zuverlässig jemand verirrt.

Was dann konkret fehlt, sobald die Erlaubnis fehlt, lässt sich aufzählen. Keine Anbindung an OASIS, das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Login abgefragt wird. Keine Anbindung an LUGAS, die Datei, über die das bundesweite Einzahlungslimit verwaltet wird. Keine deutsche Anlaufstelle, wenn die Auszahlung stockt oder ein Konto gesperrt wird. Dazu kommen Regeln, die ein erlaubter Anbieter einhalten muss und ein nicht erlaubter nicht: vollständige Verifizierung des Kontos, Zahlungen nur über ein Konto auf den eigenen Namen, ein Wettprogramm, das die Behörde zugelassen hat.

Woran man das im Alltag erkennt? Das Muster wiederholt sich. Ein Konto lässt sich in vier Minuten eröffnen, ohne Ausweis, ohne Selbstauskunft. Die Einzahlung läuft über Wege, die ein deutscher Erlaubnisinhaber gar nicht anbieten darf. Der Livebereich zeigt eine Wette auf den nächsten Punkt im Tennis.

Was die Behörde gegen nicht erlaubte Angebote tut

Die Durchsetzung ist keine Ankündigung, sie ist eine Statistik. Die Zahl der Untersagungsverfahren der Behörde stieg von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025. Im selben Jahr waren 1.843 illegale Websites aufgrund von Untersagungen oder Netzsperren aus Deutschland nicht mehr erreichbar. Parallel warnt die Behörde öffentlich: Am 17. September 2026 sprach sie eine Verbraucherwarnung vor der Teilnahme an illegalen Angeboten aus und nannte dabei ausdrücklich Platincasino als Beispiel.

Unterhalb von Sperren und Warnungen liegen die Instrumente, die einen Anbieter unmittelbar treffen: Zahlungsblockaden, über die Zahlungen an nicht erlaubte Anbieter unterbunden werden, und Netzsperren. Wer in Deutschland eine Wette ohne Erlaubnis annimmt, verstößt gegen das Verbot des unerlaubten Glücksspiels nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Ein Weiteres gehört dazu: Die Sportwettensteuer trifft auch nicht erlaubte Veranstalter. Eine gezahlte Steuer ist deshalb kein Nachweis einer Erlaubnis. Und für diejenigen, die es zu guter Letzt wissen wollen, steht die Prüfung offen — die Whitelist ist für jeden abrufbar.

Was ein Anbieter stattdessen vorweist, erledigt die Frage nicht. Der Hinweis auf eine ausländische Genehmigung ist der häufigste Einwand — dazu im nächsten Abschnitt mehr. Die Domainendung sagt nichts über den Sitz des Erlaubnisinhabers.

Was folgt, wenn man trotzdem bei einem nicht erlaubten Anbieter setzt

Höchstens eine Handvoll Fälle stehen im Gesetz, und keiner lässt sich in die eine oder andere Richtung deuteln. Das Veranstalten ohne Erlaubnis kann mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe belegt werden, die Werbung dafür mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel ist nach § 285 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bedroht. Ob einzelne Spielende tatsächlich verfolgt werden, ist nicht belegt. Das ist keine Entwarnung und kein Grund zur Dramatik. Es ist schlicht der Stand.

Der zivilrechtliche Weg ist der zweite Kanal, und er ist der interessantere. Gerichte haben mehrfach Anbieter, die über keine deutsche Erlaubnis verfügten, zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat die Frage, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht, dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt — mit Beschluss vom 25. Juli 2024, Aktenzeichen I ZR 90/23. Der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018.

Wie das ausgehen kann, ist im März 2026 greifbar geworden. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 hält Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten. Eine Ausnahme nennt er selbst: wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil steht aus, und ein Anspruch auf Rückzahlung ist damit niemandem zugesagt. Wer den Verlust in Erwartung des Urteils einsetzt, verwechselt eine Möglichkeit mit einem Plan.

Spielerschutz fehlt außerhalb des deutschen Systems

Deutschland hat den Spielerschutz nicht als Absichtserklärung gebaut, sondern als Infrastruktur. Wer über einen erlaubten Anbieter wettet, hängt an mehreren Systemen gleichzeitig: OASIS, das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und bei jedem Login abgefragt wird; LUGAS mit der Limitdatei und der Aktivitätsdatei; die Pflicht zur Verifizierung; die Regelungen zu Zahlungen. Dieses Netz trägt, weil jeder Erlaubnisinhaber daran hängt. Ein Anbieter ohne Erlaubnis ist an keinem einzigen Punkt angeschlossen.

Eine leere Parkbank am Rand eines Fußballfelds in der Abenddämmerung, im Hintergrund ragen dunkle Flutlichtmasten in den Himmel.
Die GGL nennt für den Online-Glücksspielmarkt eine Kanalisierungsquote von 77 %: 23 % des Marktvolumens 2024 entfielen auf unerlaubte Angebote.

Für einen erwachsenen Gelegenheitswetter klingt das wie Theorie. Es hört auf, Theorie zu sein, sobald zwei Dinge zusammenkommen: Kontrolle über das eigene Spiel und Geldstreit mit dem Anbieter.

Man kann seinen Namen in OASIS eintragen und sich sperren lassen. Die Anbieter auf der Whitelist fragen das System ab — und halten sich daran. Der Anbieter ohne Erlaubnis fragt nichts ab, weil er nicht angebunden ist. Die Sperre bleibt auf die erlaubten Seiten beschränkt; die Seite, auf der jemand zuletzt auffällig viel gesetzt hat, weiß davon nichts.

Diese Trennung ist keine Lücke, die man überbrücken könnte. Sie ist die Struktur.

Dasselbe Muster beim Einzahlungslimit. Das GlüStV nennt einen Rahmen, der standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg erlaubt. Insgesamt, nicht pro Anbieter. Eine der wichtigsten Entscheidungen ist deshalb, auf welcher Seite von diesem Rahmen man sich befindet — nicht, ob man ihn als zu eng oder zu großzügig empfindet.

Hinauf geht es nur mit Nachweis. Ein Erlaubnisinhaber darf für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit setzen, bis 10.000 €, und zwischen 10.000 € und 30.000 € bei höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbsterklärung genügt dafür nicht. Herabsetzen wirkt sofort, Hinaufsetzen erst nach sieben Tagen. Eine Senkung ist immer die schnelle Richtung; genau das ist der Sinn der Konstruktion.

Sperren haben ihre eigenen Fristen. Wer sich in OASIS selbst sperrt und einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt, andernfalls mindestens ein Jahr. Dazu kommt der Panikbutton: Er löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus, ohne Anmeldung, ohne Rückfrage, ohne Begründung.

Und die Verifizierung. Teilnahme ab 18, ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Diese vier Tage sind der Punkt, an dem viele aufhören zu lesen — und der Punkt, an dem die nicht erlaubten Angebote am angenehmsten wirken. Ein Konto ohne Ausweisprüfung fühlt sich großzügig an. Es ist eine Umgehung der Regel, die Streit über Konten und Auszahlungen vermeiden hilft. Man merkt den Unterschied erst, wenn man ihn braucht.

Zwei weitere Bausteine gehören hierher. Zahlungen sind an ein Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut gebunden; anonyme Zahlungsmittel sind nicht zulässig. Und Spielerguthaben liegen auf einem treuhänderisch geführten, insolvenzgeschützten Konto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Der Grund für die Trust-Konstruktion ist wenig elegant und sehr konkret: Wenn der Anbieter pleitegeht, ist die Frage, wem das Geld auf dem Konto gehört, keine akademische mehr.

Ob all das einen in der Praxis berührt, hängt an einer einzigen Frage: wie viel man setzt. Deshalb findet sich im Abschnitt „Was das kosten kann: Umsatz, Einsatz und der Erwartungswert“ eine Beispielrechnung für einen Monatsrahmen von 1.000 € — und das Ergebnis ist unangenehmer, als der Betrag vermuten lässt.

Vergleich der Anbieter mit deutscher Erlaubnis: zehn Namen, ein Prüfmaßstab

Der Vergleich hat einen festen Rahmen, und der ist nicht willkürlich. Empfohlen werden hier ausschließlich Anbieter, die auf der Whitelist stehen. Für jeden einzelnen nennt die Liste den Namen des Erlaubnisinhabers — eine maltesische Limited, eine Société anonyme — und das Erlaubnisdatum. Genau daran lässt sich jeder Eintrag selbst nachschlagen: Ein Klick auf die Whitelist, ein Abgleich des Namens, ein Blick auf das Erstdatum.

Für diese zehn Anbieter ist der Stand eindeutig. Der jüngste Eintrag stammt aus dem April 2026, der älteste reicht in den Herbst 2020 zurück. Die Spanne ist selbst ein Befund: Die Erlaubnisinhaber mit den ältesten Erstdaten haben den Aufbau des regulierten Marktes von Beginn an begleitet. Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten wegen Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden. Der Markt ist also nicht alt, und die Zahl der Anbieter, die es von Anfang an mitgemacht haben, überschaubar.

Wie viel Markt dabei überhaupt zu verteilen ist, macht die Statistik deutlich. Die Sportwettenanbieter mit Erlaubnis erzielten 2024 Bruttospielerträge von 1.963 Mio. Euro, ein Plus von 12 % gegenüber dem Vorjahr. Die zugrunde liegenden Wetteinsätze beliefen sich auf 8,2 Mrd. Euro nach 7,9 Mrd. Euro im Jahr 2023. Die durchschnittliche Auszahlungsquote lag bei 76 % nach 78 % im Jahr 2023 — ein Wert, der die Rechnung hinter jeder Quote ist und der bei keinem Anbieter individuell, sondern über den Markt insgesamt gilt.

Der regulierte Glücksspielmarkt insgesamt, gemessen an den Bruttospielerträgen aller Glücksspielarten, kam 2024 auf etwa 14,4 Mrd. Euro. Die Steuereinnahmen aus Glücksspielen betrugen rund sieben Mrd. Euro.

Anbieter Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
Tiptorro Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber Torro Tec Limited 30.06.2021
VBet Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber SCGO Limited 05.12.2023
Winamax Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber WINAMAX SA 29.06.2021
Sportwetten.de Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber NetX Betting Limited 19.11.2020
Bet3000 Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
Wettarena Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited 09.10.2020
Sportaza nicht auf der Whitelist keine deutsche Erlaubnis
RocketPlay nicht auf der Whitelist keine deutsche Erlaubnis
Boomerang Bet nicht auf der Whitelist keine deutsche Erlaubnis
22Bet nicht auf der Whitelist keine deutsche Erlaubnis

Zwei Zeilen tragen denselben Erlaubnisinhaber, und das ist mehr als eine Kuriosität. I.B.C. Sportsbetting Limited steht hinter Bet3000. Genau derselbe Namensträger in derselben Rechtsform taucht in derselben Liste hinter Wettarena auf. Wer beide Marken testet, testet nicht zwei Firmen, sondern zwei Angebote einer Firma. Für die Bewertung heißt das: Die Qualität der Auszahlung und der Supportwege ist bei beiden wahrscheinlich eng verwandt.

Die vier unteren Zeilen sind keine Vergleichskandidaten, sondern ein Kontrastmittel. Sie sind an dieser Stelle aufgeführt, weil Spielende aus Deutschland auf sie treffen, nicht um sie zu empfehlen, und jedes von ihnen wird als nicht in Deutschland erlaubt gekennzeichnet. Die beiden Gruppen gehören getrennt.

Ausländische Erlaubnis, deutscher Markt

Malta ist der häufigste Name, den man in diesem Zusammenhang hört. Auch die Erlaubnisinhaber hinter mehreren hier verglichenen Marken sitzen in Malta. Der Unterschied liegt nicht im Sitz, sondern im Erlaubnisgeber: Eine maltesische Erlaubnis ist eine maltesische Angelegenheit. Für den deutschen Markt hat sie keine Bedeutung. Das gilt genauso für eine Curaçao-Registrierung, für eine Genehmigung aus Anjouan und für jede andere ausländische Erlaubnis.

Deshalb ist „ohne deutsche Lizenz“ bei Anbietern mit Erlaubnis auch keine zutreffende Beschreibung. Die Sportwetten unter VBet veranstaltet die SCGO Limited, die GGL verzeichnet diese Erlaubnis seit dem 5. Dezember 2023. Für bet3000 ist die Erlaubnis seit dem 22. April 2026 eingetragen, seit demselben Datum und für denselben Namen wie in der Zeile darüber. Die Erlaubnis der WINAMAX SA datiert auf den 29. Juni 2021, erteilt vom Regierungspräsidium Darmstadt nach damaliger Zuständigkeit, beaufsichtigt wird das Unternehmen heute von der gemeinsamen Behörde.

Wer im Ausland anbietet und dabei Menschen in Deutschland anspricht, findet dahinter keinen zweiten Rechtsweg, keine zweite Erlaubnis, nur ein anderes Recht.

Grundlagen: Anbieter, Erlaubnis, Wettprogramm

Sobald man die Rechtslage beiseitelegt, bleibt der praktische Teil, und dort warten zwei Dinge, die in Deutschland strenger sind als erwartet: das Wettprogramm und die Live-Regel.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Notizen und ein Bleistift liegen auf einem Schreibtisch am Fenster, draußen fällt Morgenlicht herein.
Im Jahr 2024 hatten 32 Veranstalter eine GGL-Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten, davon 13 hybrid und 19 nur für den Internetvertrieb.

Was überhaupt gewettet werden darf, steht nicht im Ermessen des Anbieters. Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Vorkommnisse darin, als Einzel- oder Kombinationswette nach § 21 Abs. 1, und nur die Wettarten, die die Behörde zugelassen hat — das Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5. Ausgeschlossen sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, wobei in der Praxis der Behörde Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich zählt, außerdem manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. Die Barriere ist nicht der Geschmack des Anbieters, sondern die Erlaubnis.

Die Live-Regel überrascht die meisten. Während eines laufenden Ereignisses sind Wetten nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein ähnlich seltenes Vorkommnis möglich. Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Satz im Tennis: ja. Nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball: nein, weil solche Ereignisse zu häufig sind, um sie gegen laufende Information zu stellen. Wer aus einer Plattform kommt, die Live-Märkte im Minutentakt anbietet, hält das für eine Einschränkung. Es ist der Kern der Regelung.

Zwei weitere Punkte, die oft falsch kolportiert werden. E-Sport ist kein Sport im Sinne des Vertrags, und die Behörde stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind — ein erlaubtes E-Sport-Wettangebot existiert in Deutschland nicht. Und eine gesetzliche Obergrenze für den einzelnen Wetteinsatz gibt es bei Sportwetten nicht. Ein Limit, das sich wie eines anfühlt, betrifft ein Konto, nicht die einzelne Wette. Wetten werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt.

Was den Zahlungsverkehr angeht, ist die Richtung unmissverständlich: nur von einem Konto in eigenem Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut, anonyme Wege ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Produkte aus dem erlaubten deutschen Sportwettenmarkt heraushält. Welche Zahlungsmarken ein einzelner Anbieter akzeptiert, steht in dessen eigenen Bedingungen — und nur dort.

Dasselbe gilt für Boni. Das Glücksspielstaatsvertrag enthält keine Vorschrift, die einen Sportwettenbonus festsetzt oder begrenzt. Betrag, Umsatzbedingungen und Mindestquote stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Wer „100 % Bonus“ liest, liest eine Zahl aus einem Marketingentwurf, nicht aus einem Gesetz. Die Bedingungen dahinter sind das, was der Anbieter sich ausgedacht hat.

Die geprüften Anbieter im Einzelnen

Tiptorro: Erlaubnis seit 2021, Kontrolle bis ins Tochterunternehmen

Hinter dem Angebot steht die Torro Tec Limited mit Sitz in Malta, die sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt. Die Sportwetten-Erlaubnis für die Marke ist seit dem 30. Juni 2021 verzeichnet, eine Nachfolgeerlaubnis seit dem 27. Dezember 2022. Der Eintrag ist einer der älteren im Feld.

Bemerkenswert ist weniger das Datum als der Ort, an dem die App auftaucht: im App Store, angeboten von der maltesischen Gesellschaft. Eine App, die sich über einen regulierten Store verteilt, trägt einen Klarnamen für die herausgebende Firma. Wer prüfen will, wem er sein Geld gibt, findet bei einem solchen Angebot schneller eine Antwort.

Das Erlaubnisdatum 2021 sagt etwas darüber, dass der Anbieter die Jahre des Marktaufbaus mitgenommen hat. Was 2021 vergeben wurde, ist keine Übergangslösung mehr. Wer Wert auf die längste nachweisbare Regulierungshistorie legt, findet hier einen Eintrag, der sich vor den jüngeren behauptet.

VBet: Erlaubnis seit Ende 2023, kurze Historie im regulierten Markt

Die Sportwetten unter VBet veranstaltet die SCGO Limited mit Sitz in St. Julian’s auf Malta. Die Behörde verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 5. Dezember 2023.

Ein Erlaubnisdatum im Dezember 2023 bedeutet eine deutlich kürzere Historie im regulierten deutschen Markt als bei den Anbietern aus 2020 und 2021. Der Zeitraum ist nicht klein — inzwischen liegen Jahre dazwischen —, aber er deckt nicht die Aufbauphase ab, in der die Regeln der Whitelist ihre Form gefunden haben.

Der praktische Vorteil liegt für die meisten Leser weniger in der Firmengeschichte als darin, dass alle deutschen Schutzmechanismen an einem einzigen Punkt hängen. Eine Erlaubnis schaltet sie gemeinsam frei.

Winamax: die Erlaubnis kam vom Regierungspräsidium Darmstadt

Der Fall zeigt, wie jung der regulierte Markt ist. Die Erlaubnis der WINAMAX SA für Online-Sportwetten datiert auf den 29. Juni 2021, erteilt vom Regierungspräsidium Darmstadt, verlängert mit Bescheid vom 8. Dezember 2022. Beaufsichtigt wird das Unternehmen inzwischen von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

Der Zuständigkeitswechsel erklärt sich aus dem Aufbau der Behörde: Die ersten Erlaubnisse wurden noch von Landesstellen erteilt, erst später wanderte die Aufsicht zur gemeinsamen Stelle. An der Erlaubnis selbst ändert das nichts.

Das Erstdatum fällt in dasselbe Jahr wie bei Tiptorro. Beide Anbieter tragen damit ein Erlaubnisdatum, das die Phase der ersten länderübergreifenden Vergabe mit den damaligen Gerichtsverfahren von Anfang an miterlebt hat.

Sportwetten.de: Name und Inhaber fallen auseinander

In der Übersicht der erlaubten Anbieter ist für diese Marke die NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara auf Malta geführt.

Für Leser ist der Fall eine gute Übung. Der Markenname klingt deutsch, der Erlaubnisinhaber ist eine maltesische Limited. Wer eine Erlaubnis prüfen will, sucht nicht nach der Marke, sondern nach dem Namen des Inhabers — und prüft, ob dieser Name in der Übersicht zum Sports-Permit steht. Genau daran scheitern die meisten Prüfungen, weil sie auf die Domain schauen statt auf die Firma.

Mit der Erlaubnis seit dem 19. November 2020 ist der Eintrag einer der ersten überhaupt. Wer einen Anbieter sucht, dessen Erlaubnis bis in die Anfangszeit des regulierten Marktes zurückreicht, findet hier einen der ältesten Einträge.

Bet3000: Erlaubnis seit April 2026

Die Erlaubnis ist bei der Behörde mit dem Erstdatum 22. April 2026 eingetragen, als Erlaubnisinhaber für die Sportwetten unter dieser Domain steht die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta.

Ausgerechnet an dieser Stelle zeigt sich die Grenze der Whitelist. Wer den Eintrag liest, sieht ein Erstdatum, das nur Monate alt ist. Was der Eintrag nicht hergibt, ist der Grund. Ob es sich um einen Neuantrag handelt oder um eine Erlaubnis, die nach einer Unterbrechung neu erteilt wurde, ist aus der Liste nicht ablesbar. Das Erstdatum ist ein Datum, keine Aussage über die Geschichte dahinter.

Für den praktischen Vergleich zählt etwas anderes: Die Erlaubnis steht, und damit stehen auch hier alle deutschen Schutzmechanismen. Wer eine lange Marktpräsenz als Kriterium anlegt, wird diesen Eintrag anders gewichten als einen aus 2020.

Wettarena: derselbe Inhaber, ein anderes Produkt

Träger der Marke ist laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta. Für diese Marke verzeichnet die Behörde das Erstdatum 9. Oktober 2020, eine Nachfolgeerlaubnis dann zum 15. Dezember 2022.

Der Eintrag liegt zwischen Bet3000 im April 2026 und Sportwetten.de im November 2020, und der Abstand macht deutlich, wie unterschiedlich die Erlaubnisdaten innerhalb desselben Portfolios eines einzigen Inhabers ausfallen können. Der Rahmen in der Marke ist nicht der Rahmen in der Firma.

Wer beide Angebote desselben Inhabers nebeneinanderstellt, sollte den Mehrwert dort suchen, wo er tatsächlich sitzt: im Wettprogramm, im Live-Bereich, in den Zahlungsarten, in den Zusagen zu Auszahlungszeiten. Firmenidentität ist bei zwei Marken eines Halters kein Unterscheidungsmerkmal.

Sportaza: Genehmigung aus Anjouan, für Deutschland bedeutungslos

Sportaza gibt in der Fußzeile an, von der Regierung der Autonomen Insel Anjouan, Union der Komoren, lizenziert und reguliert zu sein, und nennt eine Lizenznummer. Eine deutsche Erlaubnis hat die Marke nicht; in der Übersicht der erlaubten Anbieter steht sie nicht.

Für Spielende aus Deutschland ändert die Fußzeile nichts, und zwar aus einem Grund, der in jedem Fall derselbe ist: Eine Erlaubnis gilt in dem Staat, der sie erteilt. Ob die Aufsicht in Anjouan gründlich ist, spielt keine Rolle, weil sie hier nicht greift. Was fehlt, ist zugleich bekannt: kein OASIS, kein LUGAS, kein deutscher Rechtsweg.

Das Angebot an Personen in Deutschland richtet sich damit nach § 4 Abs. 1 GlüStV, und ob es angenommen wird, ist keine Frage der Auszahlungsgeschwindigkeit. Der Zusatz „lizenziert und reguliert“ trägt eine beruhigende Oberfläche, die mit der Prüfung an der einzig gültigen Stelle nichts zu tun hat.

RocketPlay: Curaçao-Registrierung statt Erlaubnis

Der Betrieb wird nach eigenen Angaben von der Scores55 Tech B.V. geführt, einer Gesellschaft mit Sitz in Curaçao und einer Registrierungsnummer. Eine deutsche Erlaubnis fehlt; in der Übersicht der erlaubten Anbieter findet sich kein Eintrag.

Curaçao ist in dieser Rubrik der häufigste Beleg, und der genaue Status ist genau das, was in Deutschland keine Wirkung entfaltet. Eine Erlaubnis gilt hier nicht als Erlaubnis. Registrierungsnummern anderer Jurisdiktionen sind in der deutschen Prüfgröße nicht prüfbar.

Nachvollziehbar ist, warum solche Angebote Spieler anziehen. Meist sind es großzügigere Limits und eine Eröffnung ohne Ausweis. Die Rechnung dafür kommt mit einer Verzögerung von Wochen oder Monaten, bei einer Auszahlungsanfrage oder bei der Frage, was passiert, wenn das Guthaben nicht mehr zurückkommt.

Boomerang Bet: Register ohne deutsche Erlaubnis

Die Seite bewirbt Sportwetten mit den Bereichen Sport, In-Play, Esports und Top leagues und veröffentlicht ein eigenes Dokument zu den Wettregeln. Eine deutsche Erlaubnis besteht auch hier nicht.

Der Live-Bereich ist an dieser Stelle ein lehrreiches Beispiel. Ein nicht erlaubter Anbieter darf Live-Wetten anbieten, die ein deutscher Erlaubnisinhaber nicht anbieten darf — auf den nächsten Punkt im Tennis etwa, weil die deutsche Regel nur das nächste Tor, den nächsten Satz und ähnliche seltene Vorkommnisse zulässt. Das ist die Stelle, an der die Suche nach Anbietern ohne deutsche Lizenz und die deutsche Regulierung am deutlichsten auseinandergehen, und die Stelle, an der der Preis dafür versteckt liegt.

Der Umfang eines Live-Bereichs ist für sich kein Merkmal guter Konditionen. Er ist ein Merkmal der Regeln, unter denen der Anbieter arbeitet.

22Bet: breites Programm, kein deutscher Anschluss

Die Seite führt einen Sportwetten-Bereich mit Wetten unter anderem auf Fußball, Eishockey, Biathlon, Baseball und Boxen. Eine deutsche Erlaubnis besteht nicht.

Fast vier Fünftel der Wetteinsätze im erlaubten deutschen Markt entfielen 2024 auf Fußball, danach folgten Basketball mit 8 %, Tennis mit 5 %, Kombinationen aus verschiedenen Sportarten mit 5 % und Eishockey mit 1 %. Ein Programm, das Biathlon und Boxen prominent führt, trifft also nicht den Kern des deutschen Interesses, sondern liegt daneben. Die Breite eines solchen Angebots ist die Kehrseite des Verzichts auf die deutsche Erlaubnis: keine Begrenzung auf das zugelassene Sportwettprogramm, sondern freie Auswahl.

Wer die Breite attraktiv findet, sollte den Vergleich mit der deutschen Regelung nicht scheuen. Was hier ein Merkmal zu sein scheint, ist eine Lücke.

Was das kosten kann: Umsatz, Einsatz und der Erwartungswert

Jetzt wird es konkret — und ein Stück unangenehm, weil die Zahlen aus einer Ecke kommen, die niemand gern nachrechnet.

Nehmen wir das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat, das in Deutschland als Standard über alle Anbieter hinweg gilt, und setzen wir es einmal vollständig in Wetten um. Dazu eine schlichte Beispielwette: ein Markt mit zwei möglichen Ausgängen zu gleichen Quoten von je 1,90. Das ist eine Illustration, kein ausgeschriebener Kurs.

Die Auszahlungsquote dieses Marktes ergibt sich aus der Summe der Kehrwerte der Einzelquoten: 1 geteilt durch 1,90 sind jeweils 0,5263, zusammen 1,0526. Der Kehrwert davon liegt bei 0,95 — der Markt zahlt also 95 % der Einsätze an die Spielenden zurück, und die Marge des Anbieters liegt bei 5 %.

Diese 5 % sind keine Nebensache. Wer über einen Monat 1.000 € auf einen Markt mit dieser Marge setzt, verliert bei durchschnittlichem Verlauf der Wetten rund 50 € an den Anbieter. Nicht als Gebühr, sondern als statistischen Erwartungswert über eine Vielzahl von Wetten: ein Kostenrahmen, keine Zusage, kein Schicksal eines einzelnen Einsatzes. Wer weniger setzt, verliert im Erwartungswert proportional weniger. Bei 500 € Umsatz sind es ungefähr 25 €.

Das ist keine Zahl, die man normalerweise sieht. Sie wäre auch schwer zu schätzen, wenn die Quoten nicht so sauber gewählt wären. Der entscheidende Punkt liegt nicht bei den 50 €, sondern bei der Marge selbst: Sie steckt in jedem Kurs und wird bei jedem einzelnen Wettschein abgezogen, unabhängig davon, ob die Wette gewinnt oder verliert. Bei einer Kombinationswette aus mehreren Legs multiplizieren sich die Quoten, aber nicht nur die Quoten — auch der Vorteil des Anbieters multiplizierte sich mit.

Hier berühren sich die beiden Teile dieser Seite. Der eine Punkt, an dem ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis wirklich günstiger sein kann, ist der Quotenschlüssel. Alles andere — höhere Limits, ein Live-Bereich mit Dutzenden zusätzlichen Märkten, ein Konto in fünf Minuten — ist ein erhöhter Durchsatz durch dieselbe Marge. Der Betrag, der in unserem Beispiel als Erwartungswert verloren geht, wächst mit dem Einsatz. Ein Anbieter mit höherem Limit und einer Marge von 5 % ist deshalb nicht billiger, solange die Marge gleich bleibt; er lässt nur größere Beträge durch.

Deshalb hilft es, vor dem Konto zwei Dinge zu vergleichen. Erstens: Zeigt der Anbieter seine Quoten offen genug, um die Marge eines Standardmarktes selbst zu rechnen? Wer das für einen beliebten Markt einmal getan hat, weiß, was ein Anbieter im Durchschnitt behält, und hat einen Vergleichsmaßstab, den kein Bonusversprechen ersetzt. Zweitens: Was steht in den Umsatzbedingungen eines Bonus, und ab welcher Mindestquote zählt ein Einsatz für den Umsatz? Ein Bonus mit hohem Umsatzziel und einer Mindestquote, die zu den eigenen Wetten nicht passt, kostet über die Umsatzbedingungen mehr, als der Bonus einbringt — nicht auf die Spieleridee, sondern auf die Zahl, die auf dem Wettschein steht.

Wo die Grenze der Vergleichbarkeit liegt

Ein Stück Marktrealität gehört ans Ende, weil es die Tabelle von oben relativiert.

Bei aller Übereinstimmung in der Lizenzlage unterscheiden sich die Anbieter im für Spieler wichtigsten Bereich erheblich: im konkreten Wettangebot und in den Zahlungswegen. Die Whitelist nennt das Erlaubnisdatum, aber keine Auszahlungsfrist, keine Mindestquote, keine Gebühren und keine akzeptierten Zahlungsarten. Das sind die Punkte, die bei jedem Anbieter nur in dessen eigenen Bedingungen stehen.

Die praktische Konsequenz ist einfach, aber wichtig: Ein Vergleich von Quoten, Auszahlungswegen und Konditionen lässt sich nur mit Anbietern führen, die eine Erlaubnis haben, weil nur dort die Voraussetzungen vergleichbar sind. Die Whitelist ist damit nicht nur ein Prüfwerkzeug, sondern auch die Grenze des Vergleichs.

Dass die Behörde das nicht nur einmal geprüft hat, zeigt ein letzter Blick auf die Entwicklung des Marktes. Der regulierte Glücksspielmarkt in Deutschland wuchs über die Jahre, und mit ihm die Prüftätigkeit. Im Jahr 2024 hatten 32 Veranstalter eine Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten, davon 13 für den stationären und Internetvertrieb und 19 nur für den Internetvertrieb; 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten ein aktives Angebot. Der Vertrieb erfolgte online über 28 aktive Internetseiten und stationär über rund 2.300 Wettvermittlungsstellen.

Die Differenz zwischen 32 Erlaubnisinhabern und 27 mit aktivem Angebot ist der ehrlichste Satz über den regulierten Markt. Eine Erlaubnis ist nicht dasselbe wie ein laufendes Angebot.

Häufige Fragen zu Wettanbietern ohne deutsche Erlaubnis

Woran erkennt man sicher, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat?

Nur an der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Dort wird der Name des Erlaubnisinhabers gesucht, nicht die Marke. Zum Stand vom 2. Oktober 2026 führt die Liste 30 Einträge. Ein Impressum, ein Siegel oder eine .de-Adresse beweisen dagegen nichts.

Welche Folgen hat das Wetten bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis?

Das Angebot selbst ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV, und die Behörde geht mit Untersagungen und Netzsperren dagegen vor. Die Teilnahme ist nach § 285 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bedroht. Ob einzelne Spielende verfolgt werden, ist nicht belegt.

Gilt eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan in Deutschland?

Nein. Eine Erlaubnis gilt im Staat, der sie erteilt. Eine maltesische, eine Curaçao- oder eine Anjouan-Genehmigung hat für den deutschen Markt keine Bedeutung — auch dann nicht, wenn der Erlaubnisinhaber einer Whitelist-Marke seinen Sitz in Malta hat. Geprüft wird ausschließlich der Eintrag auf der Whitelist.

Was fehlt ohne Anbindung an OASIS und LUGAS?

Die Sperre und das Einzahlungslimit greifen nur bei angeschlossenen Anbietern. In OASIS eingetragene Selbstsperren — mindestens drei Monate mit genanntem Zeitraum, sonst mindestens ein Jahr — werden dort nicht abgefragt, das Standardlimit von 1.000 € pro Kalendermonat und der Panikbutton mit 24-Stunden-Sperre existieren dort nicht.

Wie ist der Stand bei der Rückforderung von Verlusten?

Der Bundesgerichtshof hat die Frage 2024 dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt, Aktenzeichen I ZR 90/23. In den Schlussanträgen vom 19. März 2026 hält Generalanwalt Emiliou eine Rückzahlungspflicht grundsätzlich für möglich, mit Ausnahme zugesicherter Nichtverfolgung. Ein Urteil steht aus; eine Rückzahlung ist niemandem zugesagt.

Wie sieht es mit PayPal und anderen Zahlungswegen aus?

Bei erlaubten Anbietern ist die Zahlung an ein Konto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut gebunden, anonyme Wege sind ausgeschlossen. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht allein in dessen eigenen Bedingungen — und ein nicht erlaubter Anbieter unterliegt dieser Bindung nicht.

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